Denzel Washington
Was für eine Frechheit, was dort über Denzel Washington im Artikel über Super Fly gesagt wurde.
Denzel Washington ist ein respektabler, wenn nicht sogar herausragender Schauspieler, der innerhalb von zwanzig Jahren im Mainstream-Kino verschiedenste Rollen gespielt hat. Dafür bekam er zwei Oscars verliehen, die ihm sicher keiner zerstreiten will.
Neben den obligatorischen Hollywood-Rollen irgendwelcher Leutenants, Detectives oder Haudegen, die auf irgendwelchen U-Booten (Crimson Tide - In tiefster Gefahr), in irgendwelchen Städten (Man on fire/Mann unter Feuer) oder mit irgendwelchen Frauen (Courage under fire [nochmal Feuer!?! Anm. d. Verf.]/Mut zu Wahrheit) irgendwelche Heldentaten vollbringt, war er außerdem ein paar mal Anwalt (The Pelican Brief/Die Akte, Philadelphia) und ein paar mal Basketballpapi (He got game/Spiel des Lebens und der ganze Rest von Spike Lee [Ey, nichts gegen Spike Lee, Kumpel!]).
Was wir aber nicht vergessen dürfen, und das ist es was hier Objekt der Begierde ist, sind seine verdienstvollen Auftritte in sicherlich bald allen Schwarzen Helden, die die Welt hervorgebracht hat. Malcolm X, Steve Biko, Antwone Fisher [das war er doch gar nicht...], jetzt war er auch noch der Super-Fly-American-Gangster, bald sehen wir ihn als großen Debattierer (The great Debaters - hier sogar mit großer Oscar-Unterstützung von Forest ‘The American Karl Dall’ Whitaker).
Mir klingeln schon die Ohren für einen neuen Film:
“Nach einer wahren Begebenheit, ausgebeutet von den andern [böse Menschen], ohne Perspektive, nach einer wahren Begebenheit, suchte er den Erfolg, immer aufstrebend nach Gerechtigkeit, fand er den Erfolg, fand er die Gerechtigkeit, mit Oscar-Preisträger Den-zzzzz-el Waahhhshingtoooon, bekannt aus Philadelphia [heulender Anwalt], Training Day [spuckende Kampfsau] und American Gangster [Schurke im engelsgleichen Seriös-Gewand], nach einer wahren Begebenheit.”
Der neue Film wird sicher eine Mandela-Hommage oder eine Martin-Luther-King-I-have-a-dream-Verfilmung mit dem Marsch zum D.C. und der Speisung der 250.000. Leider kann er nicht Rosa Parks verkörpern, das überlassen wird dann Mrs.-Doubtfire-Robin-Williams oder gleich besser Big-Mama’s-House-Martin-Lawrence, der spielt sowieso immer fette alte Frauen.
Wenn dann im Herbst 2008 Barack Obama, so Gott will, der erste ein-bisschen-schwarz-fast-wie-Tiger-Woods-Präsident wird, könnte der liebe Denzel in Ruhestand gehen. Dann ist er fast 54 Jahre alt, so alt wie mein Vater, da ist der Lack ab. Vielleicht hätte er ohnehin mehr Stimmen bekommen können als Obama. Ich halte mich da strikt an die These Michael Moore’s, der dafür plädierte Oprah Winfrey ins Amt des Präsidenten zu hieven (!), weil sie so vertrauenswürdig und -selig und gleichermaßen bekannt ist [die ist auch Jahrgang '54]. Hier in Deutschland wäre das dann Günther Jauch oder Detlef D! Soost.
Schluss!
Denzel Washington ist ein genialer Schauspieler, der heute als Galionsfigur eines neuen historisch-kritischen Kinos gesehen werden kann. Washington ist auch privat ein Vorbild, er unterstützt humanitäre Projekte, ist seit 1983 verheiratet und lehnt sich auch politisch nicht zu weit aus dem Fenster.
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- Published:
- 2.14.08 / 4Uhr vormittags
- Category:
- Glosse
- Tags:
- denzel, malcolm x, schauspieler, washington
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